Longieren mit Hund

Körpersprachliches Longieren - Training für Körper und Geist   

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Vielen werden den Begriff Longieren mit dem Pferdesport verbinden, wo das Pferd mittels einer Longe im Kreis geführt wird. Einige vermuten, dass diese Sportart dort sogar Ihre Herkunft hat. Alternativ ist eine Herkunft aus dem Hütetraining denkbar. Hier werden die Schafe bei Beginn der Ausbildung rund eingepfercht und der Hund lernt, diesen Pferch zu um- kreisen.

Diese Grundidee kann man in den Hundesport übertragen und hat dennoch nur einen Bruchteil von dem erklärt, was Longieren mit Hund bedeutet. Die Longe für den eigenen Hund ist nämlich der eigene Körper. Der Hundehalter bzw. die Hundehalterin lernt ihren Körper gezielt einzusetzen, um den Hunde zu lenken. Hierdurch lernt der Hund wiederum mehr auf seinen Besitzer zu achten und vor allem den Blickkontakt zu ihm aufzunehmen. Beide lernen ihre Aktionen zu koordinieren und wechselseitig ihre Körpersprache zu beobachten und darauf zu reagieren. Auf diese Weise habe das Longier- training eine hohe motivierende Wirkung. Denn Longier- training bedeutet nicht nur Gehorsamkeitstraining auf Distanz, sowie Konzentrations- und Konditionstraining sondern vor allem Bindungsarbeit.

Das Training beginnt damit, den noch angeleinten Hund an den Longierkreis heran und natürlich an diesem entlang zuführen. Im Verlauf des Trainings lernt der Hund, sich ausschließlich außerhalb des Kreises zu bewegen und dabei auf die – in erster Linie körpersprachlich gegebenen – Signale des Hundeführers zu achten. Zum Aufbau dieses Verhaltens existieren verschiedene Ansätze (restriktiv aufgebaute Zone Innenkreis, Klickertraining, Triebtraining). Hier schaut man dann, was für das jeweilige Mensch-Hundeteam am geeignetsten ist. Bei allen Formen des Trainingsaufbaus wird Wert darauf gelegt, dass der Hund agiert und für richtiges Verhalten bestätigt wird (→? Konditionierung). In Erwartung der Bestätigung beginnt der Hund den Hundeführer genau zu beobachten. Er muss herausfinden, welches Verhalten für die Bestätigung nötig ist und wird nicht gelockt.

Der Hundeführer begibt sich mit fortschreitendem Training immer näher zum Kreiszentrum. Ziel des Trainings ist es, dass der Hund lernt, auch auf Distanz auf Signale des Menschen zu achten und entsprechend zu reagieren.

In fortgeschrittenen Trainingsphasen werden Kommandos eingebaut, wird die Leine weggelassen, sogar der sichtbare Kreis wird abgebaut (Freies Longieren). Oder es können ein oder mehrere Longierkreise dazu gebaut werden. Der Hund wird dann beispielsweise an einem der Ringe abgesetzt. Sein Halter stellt sich nun in den anderen und lenkt ihn, von einem zum anderen Kreis. Der Hund läuft beispielsweise eine Acht und dies ganz ohne Stimme auf mehrere Metern Entfernung. Dann gibt es noch die Möglichkeit Elemente aus anderen Hundsportarten mit dem Longieren zu kombinieren. Hierzu können z. Bsp. Hürden, Tunnel etc. aus dem Agilitysport verwendet werden. Man kann Dummyarbeit mit einbauen, Einheiten aus dem Obidience sind ebenfalls möglich. Das Ende ist dort, wo die eigene Fantasy aufhört. Daher eignet sich Longieren auch zur Unterstützung der anderen Hundesportarten. Je nachdem wo die eigenen Ziele sind. Es gibt sogar therapeutisches Longieren, wo gerade Hunde mit Ängsten gut aufgehoben sind. Wobei diese Art des Longierens nur mit einem entsprechenden Hundetrainer durchgeführt werden sollte.

Für wen ist dieses Training geeignet? Kurz gesagt für Alt und Jung, egal ob Halter oder Hund gemeint ist. Gerade für körperlich eingeschränkte bietet dieses Training viel Potenzial. Grundvoraussetzung für den Hund ist, dass dieser sehen kann. Ansonsten können gerade große und schwere Hunderassen genauso wie kleine und zierliche ihre Freude mit dieser Art von Training haben. Für Halter von tauben Hunden bietet dies ebenfalls einen guten Trainingsansatz. Für Mehrhundehalter ist es eine Methode, seine Hunde sogar gleichzeitig zu trainieren.

Ich habe dieses Training gewählt, da meine kleine Hündin ein Balljunkie war und sich sehr schnell in der Erregung hochpuschen lies. Ein Hund welcher hoch in der Erregung steht, hat Stress und dieser wirkt sich bekanntlich negativ auf die Gesundheit aus. Ich suchte daher ein Training mit dem ich sie körperlich und geistig auspowern konnte und sie dennoch in einem niedrigen Erregungslevel bleibt. Ich testete mehrere Disziplinen und fand beim Longieren, was ich mir erhofft hatte. Seit kurzen habe ich eine zweite Hündin, welche nur ein Auge hat. Auch sie hat Spaß bei diesem Training und ist gern mit vollem Eifer dabei. Da sie noch am Anfang ist, erkennt man gut die Unterschiede in der Aufmerksamkeitsspanne. Die Auswirkungen des Longiertrainings zeigten sich mir auch in den alltäglichen Spaziergängen. Da meine Hunde ihre Blick nun öfters mir zu wanden. Ich würde Ihnen/ Euch gerne diese tolle Trainingsmethode zeigen.
Quelle Wikipedia

Samstags - 10:00Uhr mit Kathrin Schröter     0159 02 19 92 36     
Hundeplatz Harburger Str.     

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